Vorband

Zwei Jahre sind seit dem Debütalbum von Vorband vergangen, jetzt ist das Indierock-Projekt von Autor und Musiker Martin Spieß zurück: am 2. Oktober erscheint das zweite Studioalbum „Haschemitenfürst“. So wie schon auf dem Debüt wird Vorband (live Akustikgitarre und Gesang) auch auf „Haschemitenfürst“ zur Band: mit Bass, Chören, Drums, E-Gitarre, Klavier, Mundharmonika, Orgel und Saxofon. Das klingt nach Hamburger Schule, nach Oasis, nach Pathos und Sehnsucht, es geht wieder um Rock&Roll – darum, das Leben zu leben, kompromisslos, egal was kommt. Fans der Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“ werden beim Titel des Albums wissend nicken: der dritte Detektiv Bob Andrews fällt in Die silberne Spinne (Folge 24) auf den Kopf und kommentiert seine anschließende Verwirrung mit dem Satz: „Ich glaub, ich hab nen Haschemitenfürst im Gehirn.“ Und so wie der Titel des Albums Anspielung, Zitat, Verneigung und Hommage ist, so sind es auch die zwölf Tracks: Vorband zitiert und dankt Musikern, Autoren, Filmen und Serien. Die Britpop-Ballade „In der Stadt mit Loch“ zitiert Tomtes Ode an New York, die Hymne „Wenn Casper schreit“ ist eine Hommage an den Bielefelder Rapper und dankt Olli Schulz, Thees Uhlmann sowie Sebastian Schippers Film Absolute Giganten. Harry Potter und Humphrey Bogart finden ihren Platz, der Tatort genauso wie Was tun wenn’s brennt – und bei Erich Fried, Lessing und Miguel Piñero leiht Spieß sich Bonmots. Dabei legt er nicht nur offen, wer ihn beeinflusst und inspiriert hat, sondern, dass in ihm das Herz eines Nerds schlägt: der Dude findet seinen eigenen Song in der Ode an die Gelassenheit „El Duderino“, und auch die britische Science-Fiction-Serie Doctor Who, im Liebeskummerlied „Rose Tyler“. Und spätestens, wenn in „Der Wind hier am Deich“ Zeilen aus alten Fernsehwerbungen von Rügenwalder, Schwäbisch Hall und Zott Sahne Joghurt auftauchen, ist klar, dass Martin Spieß ein Kind der 90er Jahre ist. Am Ende ist „Haschemitenfürst“ nicht nur eine Liebeserklärung an die auf dem Album erwähnten vor allem musikalischen Einflüsse, es ist eine Liebeserklärung an die Musik selbst. Oder um es mit Absolute Giganten zu sagen: „Und wenn’s so richtig scheiße, ist wenigstens noch die Musik da.“

 

 

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