Thees Uhlmann

Fünf Jahre nicht gesungen, diese Zeile lässt Dich echt den Wecker ticken hören. Das letzte Album, das letzte Konzert, soll das wirklich so lange zurück liegen? Hilft nichts, es stimmt. Der (Keine)Wahl-Berliner Thees Uhlmann hat in der Zeit viel geschrieben und noch mehr vorgelesen, „Sophia, der Tod und ich“, seinen Debüt-Roman. Okay, das war echt ein Spektakel, sei ihm gegönnt, aber hallo, Alter, was geht mit deinem Markenkern? Was geht mit Musik? Langsam kippt die Stimmung bei uns unter’m Heizpilz! Thees Uhlmann sagt, er habe die letzten Jahre vor allem nachgedacht. Nur um zu ergänzen, das hätte auch nichts gebracht. Er grinst. Bewegungslose Dringlichkeit, auch nicht reizlos - ein Perpetuum Mobile, das sich so wild dreht, dass es auf einmal abhebt. Und wenn Thees Uhlmann über den Grusel und die Erleichterung von verfliegender Zeit redet, erhöht auch er das Tempo. Es gibt halt noch so viel zu erzählen, die neuen Stücke brennen davon. „Fünf Jahre nicht gesungen“ ist nun erstes Leuchtfeuer des dritten Albums, „Junkies & Scientologen“. Für die Produktion hat er sich zusammengetan mit Simon Frontzek und Rudi Maier. Liebesheirat, Bromance, Bock halt. Dienstleistung vor oder hinter den Kulissen, das hat Thees Uhlmann noch nie gelegen. Musikalisch kann man dann bei „Fünf Jahre nicht gesungen“ übrigens kurz an Foreigner denken, genauer gesagt an „Cold As Ice“. Hart angeschlagenes Keyboard, klingt fast wie ein Akkord. Das soll aber keine falschen Fährten legen, das hier ist kein Classic Hard Rock, keine Postkarte ins Gestern - das ist aber genauso wenig Instagram-Rock’n’Roll, der eitel im Gegenlicht posiert. Hier geht es darum... nee, anders: Bei diesem Typ geht es eh nicht anders, als Euphorie und Sehnsucht in Eins zu bringen. Das unterliegt keiner Konjunktur, da brauchst du keinen Zeitstrahl für. Das ist jetzt da. Das ist für immer. Thees Uhlmann zum Song: "Jetzt geht es los hier. Jetzt ist Schluss mit Vertröstungen und Entschuldigungen. ICH HABE ALLES VERSUCHT! Jetzt brennt die Müllhalde der Ewigkeit und der Torf des gesunden, kleinen Gedankens. Ich freue mich, dass man "Fünf Jahre nicht gesungen" ab sofort überall hören kann. Wobei aus fünf Jahren ja schon fast sechs geworden sind, aber vor einem Jahr habe ich eben darüber nachgedacht, warum mir seit fünf Jahren nichts mehr eingefallen ist. Von daher mögen mir die Mathelehrer verzeihen, wie sie mir schon so viel verziehen haben. Wenn Sie schlechte Laune haben, dann wird das genau Ihr Song sein. Und wenn Sie gute Laune haben, dann werden Sie sich freuen, wie schön es ist, keine schlechte Laune zu haben, aber auch gut, wenn bei den anderen so ein Song dabei raus kommt. So ist das eben. Das Leben ist kein Highway, es ist die B73!"

 

 

 

 

 

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