Sven van Thom

Der Berliner Songwriter Sven van Thom veröffentlicht sein erstes Album, das ausschließlich aus Kinderliedern besteht: „Tanz den Spatz“. Aus der kindlichen Perspektive singt er herzzerreißend, warum er im Urlaub „Nicht schon wieder an die Ostsee“ möchte, oder er preist in „Glatze wie Opa“ die Vorzüge der Frisur, die gänzlich ohne Haar auskommt. Ein fliegender Kaugummi, ein schwarz-weißer Kater namens „Cowie Harpendale“ und „Mein Pups“ sind die heroischen Protagonisten der kurzweiligen Songs im schönsten Gitarrenpop-Gewand.  Angestachelt von der erfolgreichen CD-Reihe „Unter meinem Bett“, die geschmackssicher deutschsprachige Indie-Musiker versammelt, um Kinderlieder zu  schreiben, zu denen auch junge Eltern gerne mitsingen, hat auch Sven van Thom sich an dieses Genre herangewagt. Mit „Mein neuer Bruder“ sorgte er bereits im vergangenen Jahr auf „Unter meinem Bett 3“ für einen der schwungvollsten und lustigsten Beiträge dieser Compilation. Wer Sven van Thom kennt, der weiß, dass dieser für humorvolle Songs ein glückliches Händchen hat. Die musikalische Actionlesung „Tiere streicheln Menschen“, die er mit seinem Bühnenkollegen Martin „Gotti“ Gottschild betreibt, sorgt nicht nur in Berlin jährlich für tausende lachende Besucher, sondern er freut sich auch in anderen Teilen der Republik einer stetig wachsenden Fangemeinde. Für seine wöchentliche Rubrik „Pudding mit Frisur“ für den RBB-Sender RadioEins schrieb und produzierte er in den vergangenen zwei Jahren über 80 Songs, die das aktuelle Zeitgeschehen gewitzt kommentieren. Dabei verwurstet van Thom gekonnt so ziemlich jeden Musikstil - vom  Indierock über Hip-Hop bis zum Elektropop der 80er muss man auf alles gefasst sein.  Auch die 13 Tracks auf „Tanz den Spatz“ hat der Multiinstrumentalist weitestgehend allein eingespielt. Gitarre, Ukulele, Bass, Schlagzeug, Mellotron, Madoline... Selbst ein gespenstisch klingendes Theremin ist zu hören. Hilfe holte sich van Thom von Cellistin Anne Müller für die Streicher-Arrangements und von Sängerin Larissa Pesch, die bereits auf Platten von Die Höchste Eisenbahn, Judith Holofernes und Laing zu hören war. In dem bezaubern den Schlaflied „Der alte Baum“ tritt Sven sogar drei Schritte zurück und überlässt Larissa den zarten Leadgesang, was kein Auge trocken lässt. Auch mit dem herzzerreißenden „Stefanie“ zeigt van Thom, dass er nicht nur für Albernheiten gut ist. Die gefühlvolle Ballade erzählt von ihm und seiner Schwester und hätte problemlos so auch auf einer Singer/Songwriter-Platte für Erwachsene einen Platz finden können. Selbst auf seiner ersten Kinderplatte beweist Sven van Thom, dass ihm im Spannungsfeld zwischen unterhaltsamer Albernheit und berührender Melancholie so schnell keiner etwas vormacht

 

 

 

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