Pohlmann

Das neue Album von Pohlmann "Weggefährten" ist nicht bunt geraten wie eine Packung Pop-Drops, es ist weit, es ist tief, direkt und ehrlich, oft überraschend, von hinten durch die Schulter ins Herz. In fast jedem Song spielt er mit Wortbedeutungen, dreht er Redensarten auf links und deckt die Widersprüche auf, die unser Alltag produziert. Ingo Pohlmann hat alleine, mit Band und seinem Produzenten Philipp Schwär sehr lange an den neuen Songs gearbeitet, viele mehrmals vom Textblatt über den Proberaum auf die Bühne und wieder zurückgeschleppt, bis sie selbst laufen konnten und aufs Album fanden. Daraus wurde Weggefährten, eine Platte, die in gleichen Teilen Keller wie Strand ist , privat wie politisch, genauso in sich zurückgezogen wie euphorisch losrockend. Blues ist eines der Schlüsselwörter. Die Single Himmel und Berge transportiert eine optimistische Lebensphilosophie: Manchmal haben wir das Glück zu begreifen, dass wir sind. Oft passiert dies unvermittelt. Und wir sind ergriffen und dankbar von dem Anblick der Berge, des Himmels und der Meere die das Leben uns vor die Nase stellt. Der Anblick der Welt spiegelt sich in unserem Bewusstsein, das sich von Mensch zu Mensch durch die Zeit weiterreicht. Es gibt bei diesem Staffellauf aber keine Ziellinie, keine Teams die gegeneinander antreten. Der Sieg ist immer das Dasein, das Team ist der Mensch. Der Glaube ist eine Sache, die uns hinters Licht führen kann. Als ich über diese Doppeldeutigkeit in meinem Kopf gestolpert bin, wurde dieses Lied draus. Wenn ich mich so betrachte, habe ich eigentlich alles, um glücklich zu sein und bin doch manchmal unzufrieden. Ich kann mir aber das Wunder und das Geschenk des Lebens immer wieder vor Augen führen. Ich muss nicht darauf warten, ob jemand anderes das Licht am Ende meines Tunnels entzündet. Das Licht am Ende meines Tunnels ist zunächst einmal die Sonne des Tages.

 

 

 


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