Meral


Sich Vergleiche im Bereich von realitätsnah bis größenwahnsinnig zusammenzubasteln fällt bei Meral Al-Mer sehr leicht: Aufrührerisch wie Judith Holofernes, lässig wie Kat Frankie, soulig wie Joy Denalane, poetisch wie Elif, verspielt wie Alice Phoebe Lou, eingängig wie Mieze Katz, provokativ wie die neue Jennifer Weist, oder die alte Nina Hagen, oder das junge Berlin, oder lauter als Hamburg, oder hipper, oder die deutsche Antwort auf M.I.A., oder die weibliche Antwort auf Kraftclub – äh, die poppige Antwort auf Kraftclub? Feministischer als Kraftclub? Exotischer als Kraftclub? Kann man exotisch schreiben, also will man exotisch schreiben? Achso ja sorry Kraftklub mit K! Meral Al-Mer übrigens mit Meral! Und damit es eben nicht zu Verwechslungen kommt heißt auch der neue Song: Wer ist Meral? Ja, Meral Al-Mer ist schon seit einigen Jahren gut dabei, für X-Factor gecastet, einen Bestseller geschrieben, ein unfassbar cooles Kind bekommen, kommt gerade von kleiner Deutschlandtournee mit den Kreativpiloten vom Bund, engagiert sich stark für das SOS - Kinderdorf, Amnesty International und arbeitet als preisgekrönte Journalistin, bleibt Musikerin, und bringt nun Single für Single ihr zweites Album in Eigenregie heraus. Ihre Songs, mal Punk, mal Lyrik, aber immer witty und poppig, kommen am Besten zur Geltung, wenn man sich Meral Al-Mer in ihrer fantastisch schönen und überwältigenden Bühnenpräsenz anschaut – live oder eben im neuen Video-Release. Noch dazu gibt das Video selbst ein paar Antworten auf die Frage Wer ist Meral?: Cool und energiegeladen springt die Sängerin auf Dächern herum, auf Berliner Brücken, Balkons, Betten, aber eben auch irgendwo im nirgendwo an der türkisch/syrischen Grenze auf der Veranda ihrer kopftuchtragenden Schwestern, der Hochzeit ihres muslimischen Bruders, und auf dem Crosstrainer mit ihrer streng gläubigen Mutter – bestes Bild.
"Wir lieben uns! haben plötzlich alle gesagt
wir sagten OK und haben nicht weiter nachgefragt
für einen Augenblick sahen wir alle gleich aus
für einen Augenblick gingen alle Türen auf“

Der Song könnte eine sommerliche Pop-Hymne sein, in der viel zu nicen Beats im Gegenlicht getanzt wird, eine Hymne an Berlin – die Warschauer Brücke lässt sich nicht leugnen -, eine Hymne an Freunde und Familie, an das Ferne, vielleicht sogar eine kleine leise, augenzwinkernde Hymne an die Folklore; es spielt aber keine Rolle, denn letztendlich ist es alles dasselbe: Eine Hymne an Meral! Größenwahnsinnig und sehenswert allemal! (Text: Lin Franke)

 

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