Laing

Als Laing Anfang 2013 mit ihrem Debüt-Album „Paradies Naiv“ inklusive der Single „Morgens immer müde“ nicht nur auf der Bildfläche, sondern auch in den Top Ten der Charts auftauchten, sah Pop mit deutschen Texten besser aus denn je. Das geschmeidig widerspenstige Kollektiv führte muttersprachliche Lyrics auf‘s nächste Level. So gestaunt und getanzt wurde selten bei einem Erstlingswerk. Ein Jahr und ein bisschen später dann bereits das  Nachfolgewerk, Laing „Wechselt die Beleuchtung“. Alles klar, so konnte es weitergehen. Tat es aber nicht. Die Band der Produzentin und Songwriterin Nicola Rost brauchte eine Pause. Denn die Alternative wäre gewesen: Wie viele andere bloß noch Pop-Dienstleister ihrer selbst zu werden, Machen, Tun und Liefern. Für tatsächlich kreative Künstler kein guter Zustand. Give me a break, Musikindustrie! Irgendwie stellte sich in Laings Abwesenheit aber auch ein allgemeiner Kater ein. Aus der neuen Lust, auf Deutsch zu texten, war ein amtlicher Hype geworden. Die Songs wurden mehr – und immer egaler. Wie sehr das „Menschen Leben Tanzen Welt“- Gulasch alle Kanäle verstopft, merkt man aber erst, wenn Laings dritte Platte „Fotogena“ sie endlich wieder freispült. Mit ihrer neuen Single "Camera" bringen die 4 Berlinerinnen ("Morgens immer müde"/2012, "Wechselt die Beleuchtung"/2014) in wenigen Textzeilen den aktuellen Zeitgeist humorvoll und treffsicher auf den Punkt. Wenn Leadsängerin Nicola Rost den notorischen Selfie-Flashmob unserer Zeit auf lauter kleine „Fotogenas“ und „Fotogenos“ runterbricht, erreicht Pop seine Meisterschaft: Er kann gleichsam verweisreich durch die Historie gleiten - bis hin zu Mozarts „Zauberflöte“, und trotzdem ganz im Jetzt verwurzelt bleiben. "Camera" erzählt betont lasziv vom Flirt mit der eigenen Kamera, dem "aufgeilen" am eigenen Bild und dem "Pic or it didn't happen"- Diktat unserer Zeit, all das mit einem liebevoll- ironischen Blick und genüßlicher Übertreibung. Der Titelsong zum Album "Fotogena"

 

 

 

 

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