Julian le Play

Das dritte Album von Julian le Play widmet sich dem Reisen. „Zugvögel“ heißt es: Nicht mehr die Akustikgitarre der vorigen Platten bestimmt nun die Melodie, sondern große, epische Pop-Arrangements und Synthesizer prägen des Österreichers Soundtrack der Sehnsucht. Zwölf Songs, die sich zum musikalischen Roadmovie mit Mut zum Cinemascope formen. Mal vernimmt man Einflüsse von Soul und RnB, dann wieder treiben elektronische Beats die Nummern voran. Wie ein roter Faden verbindet Julian le Plays warme, sonore Stimme alles mühelos miteinander. Und macht aus kleinen Geschichten große Hymnen mit Tiefgang. Es sind Songs von einer Tour de Force der Sinne. Lissabon, Amsterdam, Stockholm, Sevilla, Cinque Terre, Istrien. Nächte im Zugabteil und Tage in fremden Gassen wurden zu Monaten weit weg von Zuhause. Was als ewig aufgeschobener Eurotrip begann wurde bald zur Gewohnheit, vielleicht auch zur Sucht. „Nordwind“ nennt der Sänger heute das Gefühl, das ihn unangekündigt immer wieder vor die Tür treibt. Sich vom Gemurmel in den Cafés umschmeicheln lassen, ein gutes Glas Rotwein und Aussicht aufs Meer. Eintauchen ins Flair der Fremde, der Zeit einen Zacken ausbeißen. Die Sorgen? So weit entfernt. Stattdessen sich selber auf die Spur kommen in der Ferne. Mit einem Wort: Inspiration. Was sich in Wien erlebt – das weiß der Sänger ganz genau – lässt sich anderswo einfach besser verarbeiten. „Kaum sitze ich im Zug oder Flugzeug fügt sich eines zum anderen“, weiß er. „Es ist fast so etwas wie Trance, die einsetzt, sobald ich unterwegs bin.“ „Wenn dieses Album etwas macht“, sagt Julian le Play, „dann vor allen anderen Dingen eines: nämlich Mut.“ Es animiert dazu, auch Zugvogel zu werden. Dessen erstes Gebot: Er schaut nie zurück und teilt sein Glück – die wichtigsten Zeilen des Albums, so Julian le Play. Kein Wunder, dass die Platte nicht in einem gewöhnlichen Tonstudio aufgenommen wurde. Stattdessen mietete der Sänger sich mit seiner Band sieben Wochen in einem stillgelegten Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert nahe Bordeaux ein. Eine vibrierende Atmosphäre erwartete ihn dort, die sich in den Sound der Songs sofort einklinkte. Eine Klassenfahrt für die Kreativität, Zugvögel unter sich. Herausgekommen ist daraus ein neuer Mosaikstein seines Schaffens – Julian le Play, positiv und mutig wie nie zuvor.

 

 

 

 

 

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