Jean-Luc Delmonac

Herbst 1980: Ein grade mal 22jähriger Schlagzeuger nimmt auf der Bühne des großen Sendesaals des SDR die Preisurkunde „Jugend jazzt 1979/80“ entgegen. Mit seiner Formation „Topical Test“ hat er sich soeben den zweiten Platz unter allen Bewerberbands in Baden-Württemberg gesichert. Er hat sich bei der FinalistenPerformance an einer Stelle aus Nervosität verhaspelt und die missbilligenden Blicke seiner fünf Bandkollegen auf sich gezogen. Doch der Landesmusikrat und die Jury-Vertreter der deutschen Jazzföderation im Saal erkennen, was im Konzept und in der Performance der jungen Stuttgarter drinsteckt an „Musikalität, Lust und Passion“, wie es in der Laudatio heißt.  Frühe Bandbreite zwischen Rock, Jazz, Funk, Pop und Musiktheater Wenige Wochen zuvor erst ist Jean-Luc Delmonac mit seiner Band Finalsieger beim Wettbewerb  „Rocktest“ der Landeshauptstadt geworden. Und spätestens hier im Sendesaal der Villa Berg ist klar, welche musikalische Bandbreite sich bei ihm abzeichnet zwischen Rock und Jazz, zwischen Funk und Fun, zwischen Fusion und progressivem Pop. Seit damals – inzwischen immerhin seit fast 40 Jahren - gehört Jean-Luc Delmonac (bis 1999 unter seinem bürgerlichen Namen Mario Nantscheff) fest zur personellen Ausstattung der südwestdeutschen Populär-Musikszene – als Drummer, Komponist, Arrangeur, Songwriter, Rockmusical-Texter und –Performer. Zugleich macht er sich beruflich einen Namen als Förderer junger Bühnentalente und als Mentor von Musikpädagogen und Jugendarbeitern, die mit jungen Bands und Theatergruppen aktiv sind. Im Jahr 2000 wechselt Jean-Luc Delmonac seine Arbeitsumgebung: In der nahezu unberührten Naturlandschaft der ostfranzösischen Vogesen baut er sein „Bellevue Studio“ auf. In der Stille zwischen Wald und Bergen experimentiert er hier mit Chansons, Popsongs und eigenem, bis dahin beiseitegelegtem SingerSongwriter-Material. Hier begrüßt er 15 Jahre lang Studiogäste von A Capella bis HardRock, organisiert zweijährlich OpenAir-Konzerte auf dem heimischen Hügel und produziert daneben aus bloßem Spaß an der Freude mit langjährigen musikalischen Weggefährten als „The Bellevue Boys“ schräge Unplugged-Songs, in denen unter anderem technische Geräte-Bedienungsanleitungen in zig Sprachen und in den dazugehörigen ethnischen Musikstilen vertont werden. Die Stille tut dem umtriebigen Multi-Akteur gut. Er findet ausgerechnet in Frankreich zu seinem heutigen, fast durchweg deutschsprachigen Repertoire und Stil zwischen Singer-Songwriter und Pop. „Von der Live-Bühne habe ich mich dadurch lösen können. Und so zugleich auch von den Zwängen, die damit einhergehen, allabendlich ein Saalpublikum zufriedenstellen zu müssen. Heute mache ich, was mich freut und was mir ein Anliegen ist – c’est tout.“ Sein Ding macht JLD seit 2018 wieder in Deutschland. Dazu hat er sein ganz persönliches Digitalstudio „Bellevue Sound“ im heimischen Stuttgart-Degerloch aufgeschlagen.

 

 

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