Haller

»kuss.« heißt das lang erwartete Debütalbum des Berliner Künstlers Haller. Nein, nicht der von Mund zu Mund ist gemeint, sondern der am Ende eines Briefes. Wer diesen hier öffnet, bekommt 13 feinsinnige und berührende Musikstücke – und eine kostbare Sammlung klarer Gedanken. Man muss Haller gar nicht treffen, um sich mit ihm anzufreunden – man muss ihm einfach nur zuhören: Seine Songs sind schlicht, aber ergreifend, emotional, aber unaufgeregt. Haller spielt mit der Sprache, zerpflückt die Dinge des Alltags, führt Selbstgespräche, verbaut kleine, leise Twists – und doch wird alles ausgesprochen, landet alles auf dem Tisch, statt im Grübelwolf zu Phrasen zerdreht zu werden. Mit seinem ersten Album trifft Haller gefühlt jeden Nagel auf den Kopf. Dabei vereinfacht er nicht, er klärt vielmehr auf: In reflektierten Worten, die jeder versteht. Und die irgendwie jedem aus der Seele sprechen, ohne Allgemeinplätze zu bedienen. Abgedroschen oder ausgelutscht klingt hier gar nichts; selbst die Hildegard-Knef-Anleihe in »Hundejahre« perlt wie frisch eingeschenkt. Hallers wohl größter Trumpf aber ist seine besondere Gabe, auch die schwereren Gedanken in federleichte, charismatische Popsongs zu verwandeln – mit Menschlichkeit, Aufrichtigkeit und packendem Kopfstimmen-Klartext. Der allerdings ist nur einer von vielen Tönen, die Haller auf seinem ersten Longplayer anschlägt. Gefühlvoll und mit viel Liebe zum Detail instrumentiert, entfalten die 13 Songs auf »kuss.« eine außergewöhnliche Anziehungskraft. Die Melodien sind eingängig, ohne es sich zu bequem zu machen, die Texte gespickt mit kleinen Anekdötchen und gewürzt mit einer fein abgewogenen Prise Selbstironie. Er singt von großen und kleinen Hallerweltsthemen, wobei jede Zeile ein Teil von ihm sei, sagt Haller. Jede von ihnen ist wahr.

 

 

 

 

 

 

 

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