Engst

„Wir passen in keine Schublade, wir sind der ganze Schrank!“ Mit diesen markanten Worten beschreiben sich die Musiker der Berliner Band ENGST selbst und gehen nun bereits seit zwei Jahren konsequent ihren ganz eigenen Weg. Mit einem unkonventionellen Mix aus deutschsprachiger Rockmusik, einer würzigen Prise Punkrock, Pop-Elementen und eingängigen Melodien heben sich die vier Jungs aus der Hauptstadt deutlich vom Einheitsbrei der breiten Musikszene ab. Diese Band hat tatsächlich einiges zu sagen, was sicherlich auch mit der wogenreichen Vergangenheit der vier Berliner zusammenhängt und sich ganz klar in den Texten von Frontmann Matthias ENGST widerspiegelt. Er selbst wuchs in einem Problembezirk Berlins auf, wo er noch heute lebt, und so drehen sich viele Inhalte der Songs um autobiographische Erlebnisse des 32-jährigen Sängers. So spricht er soziale Missstände in der Gesellschaft an und den damit wachsenden Einfluss der politisch Rechten, gegen welche sich Frontmann und Band ganz klar positionieren. ENGST machen sehr deutlich, dass eine Positionierung gegen Faschismus und Fremdenfeindlichkeit keine musikalische Modeerscheinung sein darf und greifen deshalb genau diese Themen besonders auf, ohne dabei einseitig, plump oder plakativ zu werden. Aber auch Themen wie Freundschaft, Liebe oder die kleinen Geschichten des Alltags finden neben den sozialkritischen Tönen einen angemessenen Platz in den Liedern von ENGST. Einen sehr hohen Stellenwert hat das Schlagwort Authentizität für die Jungs und so ist es nicht verwunderlich, dass Matthias Engst nach dem Gewinn einer Pro7-Musikshow ("Die Band" mit Samu Haber) im Jahr 2015 einen Plattendeal ausschlug, als man versuchte, ihn zu einem persönlichkeitslosen Vorzeigepopstar aus der Retorte zu machen. Kurzer Hand kehrte er der Scheinwelt von TV und Castingshows den Rücken und kehrte in sein eigenes, nicht immer schimmernd und glänzendes Leben zurück, um dafür jedoch seiner eigenen Vorstellung von einer musikalischen Karriere zu folgen und aus eigener Kraft eine ernstzunehmende Band aus dem Boden zu stampfen. ENGST sind nicht nur zusammengewürfelte Musiker, die gemeinsam die Bühne stürmen, sondern gleichzeitig Freunde, Familie und Fans von authentischer, handgemachter Rockmusik. Mit ihren Ecken und Kanten wird die Band somit für ein breites Publikum greifbar und interessant und auf ENGST-Konzerten sind die Grenzen zwischen Bühne und Publikum kaum noch wahrzunehmen - mit fließendem Schweiß, euphorisch kochendem Blut und dem Drang aus lauter Kehle mit zu singen, ist es unmöglich, nicht von der pulsierenden Liveperformance der Jungs in den Bann gezogen zu werden.2017 fand die Band ihr passendes Zuhause bei dem Label Arising Empire, über welches sie im gleichen Jahr ihre erste EP »Engst« präsentierten. Neben zahlreichen Shows, Toursupports und Festivalkonzerten versorgte die Bands ihre Fans mit neuen Musikvideos und arbeitete frenetisch an ihrem Debütalbum »Flächenbrand«, welches am 26. Oktober 2018 erscheinen wird. Im Gespräch verraten die Musiker jetzt schon, dass dieses Album die intimsten und ehrlichsten Momente ihres Lebens beinhaltet. Während der Produktion und Ausarbeitung der Titel mussten einzelne Bandmitglieder schwere private Verluste und Rückschläge einstecken, die ohne den unglaublichen Zusammenhalt der Jungs untereinander nicht zu überwinden gewesen wären. Genau dort »Flächenbrand« setzten die Songs und Themen von ENGST an und geben einen ungefilterten Einblick in die raue und gleichzeitig fragile Seele dieser Band. Ihrem Mix aus verschiedenen Facetten sind die Berliner dabei treu geblieben, jedoch ist das Album spürbar härter und rockiger als die vorherige EP. Außerdem wird die Platte durch eine Gastperformance des Sängers der befreundeten Band MASSENDEFEKT sowie das Mitwirken einer Bläser-Fraktion (die unter anderem auch für THE BOSSHOSS musiziert haben) bei zwei Tracks abgerundet. Nun ist also endlich ENGSTs Zeit gekommen, ohne Fernsehkameras und Werbeunterbrechungen zu zeigen, was sie tatsächlich zeigen wollen - authentisch, ohne Umwege und nie wieder fremdbestimmt.

 

 

 

 

 

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