Duerer

Dürer war kein Maler, Dürer war ein Sehender. In den Strudeln einer durch Fron und Gottunterwürfigkeit weitgehend erblindeten Gesellschaft fand er Maß und Proportion, schuf wahrheitsgetreue Abbilder vom Alltäglichen, erhob es zum Besonderen. Der klare und wertfreie Blick auf das Leben fasziniert uns heute mehr, als seine eigentliche künstlerische Fertigkeit. Gegenwart. Fron sei Franchise, Gott sei Technokrat. Wir sind informiert über äußere und innere Welten, sind aufgeklärt. Jeder Wunsch ist erfüllt. Blind sind wir geblieben. Maßlos. Doch etwas davon, vom Blick auf das Bereichernde und wirklich Wichtige, ist noch da. Der Blick auf das Leben und das Sein. Als Erbe. Als Idee. Die neue EP „Luftschloss“ der Band „duerer“ knüpft thematisch nahtlos an den Vorgänger „Melancholische Euphorie“ an. Dabei Spielen zwischenmenschliche Beziehungen und Freundschaft eine ebenso große Rolle wie der Umgang mit Verlust oder dem Ausbruch aus der Norm. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen geht tiefer; der Ausdruck ist gereift. Man verfällt textlich aber nie in zu große Komplexität oder Plattitüde. Musikalisch wird dies durch die Rückbesinnung auf rohe und schnörkellose Gitarrenmusik untermalt, wobei der typische duerer-Stil die Songs weiterhin trägt. Der Sound beweist mehr Kante und brennt sich mit eingängigen Melodien in den Kopf der Hörer ein.

 

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