Drebe

In Zeiten, in denen der Mond ausfiel und in denen ein Lachen für eine ganze Menschheit reichte. In Zeiten, in denen man nicht schlafen mochte, damit es niemals morgen würde und „aus wir nur du und ich übrigbleiben“. Ja, zu solch einer Zeit sind die Lieder des Songwriters Drebe entstanden, die im November, und damit sechs Jahre nach dem Debüt, auf seinem zweiten Album erscheinen werden. „Der Mond ist ausgefallen“ (so heißt das Album wie auch die erste Single) beschreibt eine Lebensphase des Hamburgers Pascal Hissnauer, die zur Verarbeitung ebenjenes benötigte: Zeit. Verliebtsein und die Trennung von Geliebten, der Aufbau eines Alltags und das Hadern mit seiner Eintönigkeit, die Suche nach Zielen und die Furcht vor Sinnlosigkeit. Das im Umfang kleine Album bietet also einen Rundumschlag essenzieller Lebensfragen. Die Lieder entstanden in diesem Zeitraum von sechs Jahren nach und nach, doch auch heute hätten sie noch alle „Bestand“, so Hissnauer. Die Melancholie ist das bestimmende Gefühl dieses Albums. Ob in breit arrangierter, wohliger Genugtuung wie auf dieser Single oder in der Wehmut eines Lo-Fi-Barpianos getränkt: Die mal zärtliche und mal schmerzende Traurigkeit lässt sich nicht klein kriegen. Dies zu besingen, aus unterschiedlichen Blickwinkeln und in diversen Arrangements, ist die große Stärke Drebes. Er steht damit in der Nachfolge von Künstlern wie Gisbert zu Knyphausen („Melancholie“) und Niels Frevert („Ich möchte mich gern von mir trennen“), die in den Nullerjahren eine Art zweite Hamburger Schule deutscher Folkmusik begründeten.

 

 

 

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