Daniel Decker

Jeder von uns ist auf der Jagd nach seinem weißen Wal. So wie einst Kapitän Ahab, der eine Rechnung mit Moby Dick offen hatte. Auch Daniel Decker sticht in See. Aber aus einem anderen Grund. Er will herausfinden, wie wir Teil jener Maschine werden konnten, die einen fremdbestimmt: Wo es nichts mehr gibt, “wofür es sich lohnt aufzustehen”. Das ist sein weißer Wal. Dafür muss die Welt jedoch nicht aus den Fugen gehoben werden: “Wir wollen niemanden stürzen / wir wollen nur etwas verändern”, heißt es etwa in “Wir werden uns rächen”. “Weißer Wal” ist Daniel Deckers erstes Album, produziert mit Maximilian Stamm (u.a. Kiesgroup), gemastert von Michael Schwabe (u.a. Tocotronic, Tomte). Zuvor war der Wahl-Berliner als Labelchef (lolila) und einzig festes Mitglied des Pawnshop Orchestras tätig, bevor er mit Kotzendes Einhorn (www.kotzendes-einhorn.de) zu einem der bekanntesten Bloggern des Landes wurde. Sein Album bezeichnet der 32jährige als “Manifest der schlechten Laune”, das die Zustände kritisiert. In “Wir müssen zerstören” singt Decker: “Wenn man nachts aufwacht und merkt, dass das, was man macht, doch nicht alles gewesen sein kann”. Wir alle kennen diese Tage, in denen wir nur funktionieren müssen. Zufluchten müssen umkämpft werden: “Wir brauchen einen Freiraum für uns allein / Das soll unsere Enklave sein”. Von diesen Inseln stechen wir immer wieder in See. Und am Ende darf auch mit “erhobenem Kopf” gescheitert werden („Helden für einen Tag”). “Weißer Wal” ist eine jener Platten, die auf zwei Weisen funktionieren: Als Rockalbum, laut aufgedreht, oder als Singer/Songwriter-Platte, auf Zimmerlautstärke, um den Texten zu lauschen.

 

 

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