Cläng

Angela, Lars und Christian sind nicht nur Cläng. Sie sind beste Freunde. Den Verkuppler für ihr Kennenlernen spielte übrigens die Musik. Alle drei Clängmitglieder machen seit ihrer Kindheit Musik – ob in Magdeburg, dem Herkunftsort von Sängerin Angela und Gitarrist Christian, oder in Berlin, wo Keyboarder Lars immer schon gewohnt hat und wo sie sich dann auch über andere Musikprojekte kennenlernten. Denn Cläng ist mehr als eine GbR, mehr als eine scheinbar zufällige Verbindung von drei Musikern. Denn sie sind bei guten Leuten in die Lehre gegangen. In Vorgängerbands wie 3Viertelelf haben die Drei schon viele Bühnen bezwungen und mussten sich auch mal geschlagen geben. Doch der Weg war immer klar: Musik machen für viele. In Berlin-Mitte wohnen sie als eine Art WG zusammen und dort sind auch alle Songs ihres Debütalbums entstanden, das dieses Jahr erscheint. Das Trio fühlt sich pudelwohl in den Zwischentönen des Deutsch-Pops, irgendwo zwischen Trivialität und Genialität. Mit dieser großen musikalischen Leidenschaft stechen Cläng als Ausnahmeband aus der deutschen Newcomer- und Poplandschaft hervor und spiegeln den Zeitgeist der neuen Generation „Popkultur" wider. 'Emo & Scooter' ist eine Hommage an die musikalischen Helden von Cläng. Bowie, Bleachers usw. haben es Lars, Christian und Angela nachhaltig angetan. Vielleicht beugt der Song sich genau aus dem Grund keinem Zeitgeist, keinem gängigen Pop-Klischee. Die Clängs haben 'Emo & Scooter' schon lange zu einem ihrer Herzensstücke erklärt, auch weil er ihnen irgendwie zugeflogen ist. Manche brauchen ewig, bis sie sich in aller Gänze zeigen und manche Lieder entstehen ein bisschen konstruierter, weil es schon Fragmente gab. Aber bei 'Emo & Scooter', da ist sich das Trio einig, war Magie im Spiel. Er kam und war da. 'Emo & Scooter' klingt in seinem Aufbau sehr widersprüchlich. Denn genau wie der Titel Emo (Emotional) und Scooter (nun ja, die von „Hyper, Hyper“) es schon vorgibt, liegen Welten zwischen Strophe und Refrain. Einzige Brücke dabei, das durchgehende Arpeggio. Das Charmante an 'Emo & Scooter' ist wahrscheinlich genau diese seltsame Strophe, die ganz schrammelig, wie ein altes „Wir sind Helden-Demo“ daherkommt und ein Refrain, in voller kitschiger, pompöser Schönheit. Die Harmonien spielen sich gegenseitig die Bälle zu, bis im letzten Part des Liedes dann endlich alles zusammenkommen kann. Und der Song, wie ein guter Wein, erst in Verbindung mit Sauerstoff zu einem vollmundigen Leckerbissen reifen darf. 'Emo & Scooter' ist eine hoffnungsvolle Liebeserklärung, an eine Liebe, die es schon lange gibt. Nicht, wie so oft, dem Anfang des Zaubers den Vortritt gibt. Sondern deren Wurzeln sich schon bis weit in die Erde graben konnten und die Protagonistin es immer noch nicht glauben kann, dass sie trotz aller Unterschiede, trotz aller Widersprüchlichkeiten ganz offensichtlich diesen einen Menschen liebt. Wenn es im Refrain heißt „Das war von Anfang an so, in welcher Farbe du die Nacht siehst“, kann man das Aha-Erlebnis förmlich spüren. An einer anderen Stelle heißt es „Heute weiß ich, das warst immer du.“ und „Denn du bist alles zwischen Emo & Scooter und rettest täglich meine Welt. Das ist ein anderes Retten als bei Greenpeace, aber ist das was mir gefällt.“. Sängerin Angela bezieht sich textlich auf ihre Langzeitliebe zu ihrem Freund. Sie kennt das Gefühl nur zu gut, wie überrascht man sein kann, dass es dieser Mensch ist, der sie bedingungslos begleiten will und soll. Vorbei alle Klischees, wie eine Liebe zu sein hat, denn Angela ist sich sicher, die Liebe zeigt sich jedem anders. Jeder geht anders damit um oder braucht etwas anderes. Am Ende liebt man jemanden für etwas, was man nie für möglich gehalten hätte. Darin liegt die Magie versteckt, die 'Emo & Scooter' ganz wunderbar produzieren kann. Und jeder, der sich auf den Song einlässt, kann es vielleicht nicht erklären, aber fühlen.

 

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