Bilderbuch

Boomshakalak! - Bilderbuch präsentieren auf „Magic Life“ den Sound der Zukunft. Wer beim Titel „Magic Life“ an ein Cluburlaub-Angebot von TUI denkt, fehlt gar nicht so weit: „Alles inklusive“, „keine Langeweile“ und „der richtige Mix aus Entspannung und Aktivitäten“ sind nur einige der Werbe-Keywords, die magischerweise auch auf das neue Bilderbuch-Album zutreffen. Nach dem gefeiertenDrittling „Schick Schock“ und einer ausverkauften Tour nehmen Bilderbuch ihre Mädels (und Boys) allerdings auf eine viel bessereReise mit:„Magic Life“ ist ein Trip, ein Carpet-Ride in Buffalo-Boots – durch die Genres, die Tempi, die Sprachen.Mit ihrem vierten Album schlagen Maurice, Peter, Mizzy und Pille eine neue Seite ihres Bilderbuchs auf, die sich zu „Schick Schock“wie dergrößere Bruder zu seiner ehrgeizigen und beliebtenSchwester in einer Hollywood-Komödie verhält: Der Boy istdefinitvbekiffter,deswegen aber auch entspannter und machtspitzbübisch, aber immer sympathisch,sein eigenes Ding, um am Schluss des Films als wahrer Held zutage zu treten. Lässt man sich auf ihn ein, bekommt man alles von ihm – denn er hat, wie „Magic Life“,viel zu bieten. Das vierte Bilderbuch-Album ist eines der Gegensätze. Voller Referenzen auf die eigene Diskografie und ausgewählte Momente der Sound- und Musikgeschichteeignet sich „Magic Life“gleichzeitigalsStatement-Piece fürdie Generation Giphy. Das Best of Vergangenheit wird eklektisch in die Zukunft verschleppt und mit neuen Bedeutungen belegt. Stabile Sprachspiele treffen auf intelligente und ausgefeilte Produktion, purer Sex trifft auf Stromprobleme:Die jetzt schon ikonischen Sätze „Ich brauch Power für mein’ Akku/Baby, leih mir deinen Lader“aus dem Pop-Hit„Bungalow“könnten nicht koketter und dreckiger daherkommen.„Eh Wien“ trifft in „Erzähl deinen Mädels, ich bin wieder in der Stadt“ auf die Muchachos aus aller Welt. Kontinuitäten und Novitäten in Bilderbuchs Schaffen reichen sichin Form einer irrsinnigen Amour fou die Hand. „Magic Life“ ist aber auch ein Album der großen Momente – manchmal biegt ein Track plötzlich ab oder nimmt zwei Handclaps später ein unerwartetes Ende in einer Kirche ohne Gott: Der „Epilog“ von „Sneakers4Free“ ist quasi Gospel – gepriesen werden aber nur die Free Drinks a.k.a„Frinks“. Der Erfindungsreichtum von Bilderbuch beschränkt sich aber nicht nur auf witzige Wortneuschöpfungen und starkeBilder in ihren Texten („Ihr Sex On The Beach wird langsam warm“ – „I <3 Stress“), „Magic Life“ ist durch und durch ein visuelles Album. Dabei geht es nicht nur darum, infetzigemGwand und mit der richtigenAttitudeaufzutreten: Bilderbuchs Ästhetik ist eine konzeptionelle – Artwork, Videos und das ganze Drumherumunterliegen einer durchdachten und stimmigen „Creative Vision“. Verwirklicht wird diese von Bilderbuchzu 100 Prozent independent– mit eigenemLabel Maschin Records und Verlag, aberohne Features, zusätzlicheAutoren oder Komponisten. Auch live wissen Bilderbuch, die seit zwölf Jahren auf Bühnen stehen, wie man sich präsentiert: Punktgenaues Abliefern trifft auf eine ausgelassene Inszenierung, die nie überladen, aber immer mitreißend ist. Gerade „Magic Life“, das in der Studioversion manchmal minimalistisch, fast fragmentarisch daherkommt, vervollständigen und verfeinern Bilderbuchlive auf eine Weise, die aus einem Konzert ein Erlebnis macht. Bilderbuch sind mit ihrem vierten Album genau dort, wo sie gerade sein sollen – und wollen –experimentierfreudiger und entspannter denn je. Nur „angekommen“ sind sie noch lange nicht. Denn die Boys sind eben eine Band von und für Reisende: immer auf der Jagd, immer Richtung Zukunft, immer auf der Suche nach neuen Ideen, unbeschrittenen Wegen und: free Drinks.

 

 

 

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