Paul Kowol

Paul Kowol - Ungewöhnlich positive Worte vernimmt man dieser Tage aus Oberbayern: „…heute fühlt sich jeder Schritt wie Tanzen an, alles perfekt und es fängt grade erst an“ singt Paul Kowol in seiner zweiten Single, welche Anfang Dezember erscheint. Ironie? Von der feinen Sorte, vielleicht! Zynismus? Auf gar keinen Fall! Eher der ungebrochene Wille eines Anfangzwanzigjährigen, der sich den Mechanismen der allgegenwärtigen Dystopie entzieht. Sein Debüt „Unterwegs“ vor knapp sechs Wochen hat – bei aller Bescheidenheit – in mancher Radiostation dieses Landes schon ein bisschen Eindruck gemacht und wurde aufgrund dessen auch ganz gerne mal gespielt, hie und da. Höchste Zeit also, was Frisches nachzulegen um dranzubleiben. Oder um es mit Pauls neuer Single zu sagen: „Bis hierhin war das alles ganz OK, alles schon ganz nett aber nur OK.“ Sturm und Drang, Aufbruch zu neuen Ufern, Besserwerden, da will es einer wissen, verständlich… Und während Corona weiterhin beständig alles und jeden, täglich und dauernd, nachhaltig und oft auch negativ beeinträchtigt und sämtliche Pläne kontinuierlich über den Haufen wirft, singt Paul derweil die Hymne auf jenen „scheiß-schönen Tag“, den es ja trotzdem noch gibt, manchmal zumindest. Paul ist derweil wieder bei den Eltern untergeschlüpft, irgendwo da draußen in der tiefsten bayerischen Provinz. Sein Sound allerdings bleibt weiter tief in der Urbanität der partyfreien Großstädte verwurzelt, denn da, genaugenommen in Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg ist sie ja schließlich auch in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Kraans de Lutin (Seeed, Flo Mega, Culcha Candela, Tim Bendzko u.a.) entstanden. Die weiteren Zeichen, pandemisch betrachtet, stehen also weiterhin eher auf Trübsal und Tristesse und tendenziell eher „einsame Weihnachten“. Nur Paul, der hält mit seinem Song kräftig dagegen und lässt sich auch weiterhin nicht unterkriegen. Mit Sätzen wie „…aber heut’ ist alles besser als es war, als es je war…“ feiert er den Moment des Glücklichseins und leistet so all jenen Beistand, die gelegentlich schon mal einen Durchhänger haben. Also Kopf hoch und ja nicht unterkriegen lassen, das Beste draus machen, denn am Ende ist ja alles auch immer nur eine Sache der Betrachtungsweise und des Blickwinkels, für Paul ist der Fall schon mal klar: „…alles perfekt und es fängt grade erst an!“

 

 

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