Mola

Die Sängerin MOLA zeichnet in ihrer Musik die ungeschönte Antithese zu einer rosaroten Welt. Sie feiert sich kaputt, zieht dich mit in ihren Chaos-Alltag und verzichtet bei ihren Songs auf übliche romantisierende Verklärungen der unbarmherzigen Orientierungslosigkeit, die einen nach der letzten Kippe auf dem Nachhauseweg einholt. Es ist ein musikalischer und textlicher Gegenentwurf zur bloßen Funktionalität, die in den letzten Jahren allgegenwärtig wurde. Anti-statt Bubble-Pop. Ob zwischenmenschliche Beziehungen, alkoholgetränkte Nächte mit der Gangoder Ziellosigkeit - bei MOLA werden alle Erfahrungen misstrauisch auf links gedreht, um zusehen was sich hinter der alltagstauglichen Fassade verbirgt. Zusammen mit ihrem Produzenten Markus Sebastian Harbauer schafft sie dabei einen eigenständigen Sound. Die rauchige Stimme fügt sich in synthie lastige Plastikbeats, angereichert durch organische Elemente, Trap-Hihats, 808 Drums, sphärische Gitarren und Dancehall- Einflüsse. Der klassische Held ist ein Perfektling: unverwundbar, unantastbar aber vor allem unnahbar. MOLA präsentiert in „Antiheld“ das Gegenteil zu all diesen Attributen. Sie kehrt ihr inneres nach außen und spricht an was sie verletzt - unverzerrt, nicht übertrieben, nahbar. Wer jedoch denkt, diese Themenwelt muss in einer sentimentalen und passive Attitüde vorgetragen werden, hat sich geschnitten. MOLA beschreibt die eigenen Tiefschläge mit trotzigem Selbstbewussten. „Antiheld“ ist gelebte Authentizität in verfickt geiler Ästhetik. Scheiß mal auf Helden. Wenn Künstlerinnen und Künstler ihre neuen Werke veröffentlichen tendiert man schnell dazu,den neuen musikalischen Output als „Weiterentwicklung“ ihrer Kunst zu titulieren. Bei vielen wird nach dem ersten Mal hören klar: Veränderung ist dort eher als Euphemismus für „anders“ zu verstehen - nichts für ungut. Bei MOLA dagegen kann man schon mal neidlos anerkennen: die Psycho Girl EP ist eine künstlerische Weiterentwicklung auf so ziemlich allen Ebenen: Es geht um Liebe und darum eigene Schwächen als Stärken zu verstehen. Natürlich werden diese Themen mit der MOLA-typischen und charmanten „fickt euch“ Attitüde vorgetragen. Die EP ist eine Bestandsaufnahme seit dem Vorgänger „Blaue Brille“, auf der MOLA einen Schlussstrich unter Trennungsschmerz, Selbsthass und betrunkene Orientierungslosigkeit im Morgengrauenziehen wollte. Im Vergleich dazu ist Psycho Girl der musikalische Morgen danach. Klar, man hat einen heftigen Kater aber daheim ist jemand, der auf dich gewartet hat und jetzt für dich da ist, obwohl ihr euch gestern noch dicht gefetzt habt. Neben dieser spürbaren emotionalen Stabilität macht sich auch ein musikalisches Selbstbewusstsein bemerkbar. Grund dafür ist das Fundament, auf dem MOLA zusammen mit Produzent Markus Sebastian Harbauer seit der ersten EP bauen konnten und so den neuen Release mit Songs bestückt hat die David Guetta Fans als „sperrig“ bezeichnen würden und coole Leute als „geil“. Mit dem Werk zeigt MOLA sich selbst und euch was musikalisch und persönlich in ihr steckt und es ist nicht übertrieben zusagen, dass diese Weiterentwicklung erst der Anfang war.

 

 

 

 

 

 

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