Kraftklub

Don’t call it a Komeback – oder vielleicht doch: zehn Jahre nach ihrem ersten und fünf nach ihrem letzten veröffentlichen Kraftklub ihr neues Album “Kargo”. Eine der erfolgreichsten Bands des Landes macht 2022 nochmal klar, wer bei deutschem Indie im Chefsessel sitzt. Zugegeben, es hat nicht viel dafür gebraucht. Bereits nach drei Takten der ersten Single “Ein Song reicht” wussten Fans und Kritiker*innen gleichermaßen, dass die Uhr K geschlagen hat. “Kargo” ist die konsequente Fortführung des Kraftklub-Sounds unter den verschärften Bedingungen der Gegenwart. Die zackigen Gitarren, die 4-to-the-floor-Beats, die zur ekstatischen Größe neigenden Refrains, alles ist noch da. Aber die Band kann ihr eigenes Erwachsenwerden nicht verbergen. Zum Glück. Für “Kargo” haben Kraftklub außerdem eine interessante Mischung an Gäst*innen versammelt. Die größte Überraschung sind aber sicher die Exil-Magdeburger Tokio Hotel: “Wenn ich geh” hält beschwingt die Mittelfinger hoch in Richtung Rasengitterdeutschland, Provinzfolklore und ostdeutscher Heimatbeklemmung in der Kleingartenanlage. Es ist ein endgültiger Abschied von der Vergangenheit, ein Song wie ein Roadtrip, weit, hoch und kühl wie ein Maisfeld im August. Und außerdem ein verdammter Ohrwurm.

 

 

 

 

 

 

 

 

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